Welche Negative habe ich? – Negativarten erkennen

Sie haben beim Aufräumen des Kellers oder Dachbodens alte Filmstreifen gefunden – aber welche Art von Negativen haben Sie eigentlich vor sich? Farbnegative, Schwarzweiss-Negative oder vielleicht sogar Diafilme? Die Unterschiede zu erkennen ist wichtig, denn davon hängt ab, wie Ihre Negative am besten digitalisiert werden. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Negative sicher identifizieren.

Warum ist es wichtig, die Negativart zu kennen?

Verschiedene Negativarten erfordern unterschiedliche Scan-Verfahren, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Ein Farbnegativ wird anders verarbeitet als ein Schwarzweiss-Negativ, und ein Diafilm (Umkehrfilm) ist technisch gesehen gar kein Negativ. Wer seine Filmstreifen richtig einordnet, kann beim Negative digitalisieren bessere Ergebnisse erwarten und gezielter bestellen.

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Die wichtigsten Negativarten im Überblick

1. Farbnegative (C-41)

So erkennen Sie Farbnegative: Das auffälligste Merkmal ist die typische orange-braune Grundfärbung des Filmstreifens. Wenn Sie einen Filmstreifen gegen das Licht halten, sehen Sie die Motive in umgekehrten Farben – helle Bereiche erscheinen dunkel und umgekehrt, alle Farben sind komplementär dargestellt. Blauer Himmel erscheint orange, rote Kleidung erscheint cyan.

Farbnegative sind mit Abstand die häufigste Negativart. Seit den 1970er Jahren wurden die meisten Familienfotos auf Farbnegativfilm aufgenommen. Der standardisierte Entwicklungsprozess heisst C-41 – daher werden diese Filme manchmal auch als „C-41-Filme“ bezeichnet.

Typische Hersteller und Filmbezeichnungen: Kodak Gold, Kodak ColorPlus, Kodak Portra, Fujifilm Superia, Fujicolor C200, Agfacolor. Diese Informationen finden Sie oft am Rand des Filmstreifens aufgedruckt.

2. Schwarzweiss-Negative

So erkennen Sie Schwarzweiss-Negative: Schwarzweiss-Negative haben keine orange Maskierung. Der Filmträger ist klar oder leicht gräulich. Die Bilder zeigen ausschliesslich Grautöne – helle Bildbereiche sind dunkel, dunkle Bereiche sind hell (eben negativ). Im Gegensatz zu Farbnegativen können Sie die Motive trotz der Umkehrung relativ gut erkennen.

Schwarzweiss-Negative waren vor allem bis in die 1960er Jahre weit verbreitet, wurden aber auch danach noch von Foto-Enthusiasten und Profifotografen verwendet. Ältere Familienarchive enthalten häufig Schwarzweiss-Negative.

Typische Hersteller und Filmbezeichnungen: Kodak Tri-X, Kodak T-Max, Ilford HP5, Ilford FP4, Agfa APX, Fomapan.

Gut zu wissen: Es gibt auch sogenannte chromogene Schwarzweiss-Filme (z. B. Ilford XP-2), die im C-41-Farbprozess entwickelt werden. Diese haben eine leicht bräunliche Tönung und können mit Farbnegativen verwechselt werden – die Bilder zeigen aber nur Grautöne.

Hinweis zur Kratzerkorrektur: Bei der Digitalisierung von Farbnegativ- und Diafilmen setzen wir standardmässig eine hardwarebasierte Infrarot-Kratzerkorrektur (ICE) ein. Diese erkennt Staub und Kratzer auf dem Film automatisch und rechnet sie aus dem Bild heraus. Bei klassischen Schwarzweiss-Negativen funktioniert dieses Verfahren leider nicht, da die Silberbeschichtung des Films die Infrarotstrahlen blockiert. Kratzer und Staub auf SW-Negativen müssen daher manuell oder per Software nachbearbeitet werden. Chromogene SW-Filme (C-41-Prozess, z. B. Ilford XP-2) sind davon nicht betroffen – bei ihnen funktioniert die Infrarotkorrektur wie bei Farbnegativen.

3. Diafilm / Umkehrfilm (E-6) – kein Negativ!

So erkennen Sie Diafilm: Der wichtigste Unterschied: Beim Diafilm sehen Sie das Motiv in den richtigen, natürlichen Farben. Helle Bereiche sind hell, dunkle sind dunkel – genau wie in der Realität. Der Filmträger ist klar und transparent, ohne orange Maskierung.

Diafilme (auch Umkehr- oder Positivfilme genannt) sind technisch gesehen keine Negative, werden aber oft zusammen mit Negativen aufbewahrt. In den 1960er bis 1990er Jahren waren Dias in Deutschland extrem populär – die klassischen Dia-Abende mit Projektor gehörten zum Familienalltag. Diafilme liegen entweder als gerahmte Einzeldias oder als ungeschnittene Filmstreifen vor.

Typische Hersteller und Filmbezeichnungen: Kodachrome (markanter, leicht warmer Farbton), Ektachrome, Fujichrome Velvia, Fujichrome Provia, Agfachrome.

Wichtig für die Digitalisierung: Gerahmte Dias werden als Einzeldias verarbeitet – Infos dazu finden Sie auf unserer Seite Dias digitalisieren und im Ratgeber Welche Diamagazine gibt es?. Ungerahmte Diafilm-Streifen hingegen werden bei uns wie Negativstreifen verarbeitet – es gelten die gleichen Auflösungen und Preise wie bei Negativen. Achten Sie also beim Bestellen darauf, ob Ihre Dias gerahmt oder als Filmstreifen vorliegen.

Negativformate: Welche Grösse haben Ihre Negative?

Neben der Art (Farbe, Schwarzweiss, Dia) unterscheiden sich Negative auch in ihrer physischen Grösse. Das Format bestimmt die mögliche Bildqualität und den Scan-Aufwand.

Kleinbild (24 × 36 mm)

Das mit Abstand häufigste Format. Kleinbildnegative stammen aus den klassischen 35-mm-Filmpatronen, die in fast allen Kompakt- und Spiegelreflexkameras verwendet wurden. Ein Filmstreifen ist 35 mm breit und hat an beiden Rändern Perforationslöcher. Die einzelnen Bilder messen 24 × 36 mm.

Entwickelte Kleinbildfilme werden in der Regel in Streifen zu je 4 oder 6 Bildern geschnitten und in Negativtaschen aus Pergamin oder Kunststoff aufbewahrt.

Kleinbild-Negative digitalisieren lassen

APS-Film (Advanced Photo System)

Ein Sonderformat aus den späten 1990er und frühen 2000er Jahren. APS-Filme sind 24 mm breit (schmaler als Kleinbild) und stecken in einer kleinen, geschlossenen Kunststoffkassette. Der Film wird nach der Entwicklung in die Kassette zurückgespult. Die Bildgrösse beträgt je nach Aufnahmemodus 16,7 × 30,2 mm (Panorama), 16,7 × 25,1 mm (HDTV) oder 16,7 × 23,4 mm (Classic).

Erkennungsmerkmal: Wenn Ihre Negative noch in einer kompakten, runden Plastikkassette stecken, handelt es sich sehr wahrscheinlich um APS-Film.

Rollfilm / Mittelformat (z. B. 6 × 4,5 bis 6 × 9 cm)

Mittelformat-Negative sind deutlich grösser als Kleinbild. Der Film (Typ 120 oder 220) ist ca. 6 cm breit und hat keine Perforationslöcher. Je nach Kamera variiert die Bildgrösse: 6 × 4,5 cm, 6 × 6 cm, 6 × 7 cm oder sogar 6 × 9 cm. Mittelformat wurde vor allem von professionellen Fotografen und ambitionierten Amateuren verwendet.

Erkennungsmerkmal: Breiter Film ohne Perforation, deutlich grössere Einzelbilder als Kleinbild. Oft auf Papier-Rückseite (Schutzpapier) aufgerollt.

Mittelformat-Negative digitalisieren lassen

Grossformat / Planfilm (z. B. 9 × 12 cm, 4 × 5 Zoll)

Grossformat-Negative sind einzelne Filmblätter (keine Rollen oder Streifen). Sie messen typischerweise 9 × 12 cm, 4 × 5 Zoll (ca. 10 × 12,5 cm) oder sogar 8 × 10 Zoll. Diese wurden in speziellen Fachkameras verwendet und finden sich oft in professionellen oder historischen Archiven.

Erkennungsmerkmal: Einzelne, flache Filmblätter – keine Streifen oder Rollen. Oft in Schutzhüllen oder Kartons aufbewahrt.

Grossformat-Negative digitalisieren lassen

Vergleichstabelle: Negative auf einen Blick erkennen

MerkmalFarbnegativSchwarzweiss-NegativDiafilm (Umkehrfilm)
FarbenUmgekehrte (komplementäre) FarbenNur Grautöne, umgekehrte HelligkeitNatürliche, richtige Farben
FilmträgerOrange-braune MaskierungKlar oder leicht gräulichKlar, transparent
Gegen Licht haltenMotive schwer erkennbar, alles orangeMotive erkennbar (hell/dunkel vertauscht)Motive sofort erkennbar
VerbreitungAb 1970er Standard für FotoabzügeBis 1960er dominant, danach Nische1960er–1990er sehr beliebt (Dia-Abende)
EntwicklungsprozessC-41Diverse SW-ProzesseE-6 (bzw. K-14 für Kodachrome)
Infrarot-Kratzerkorrektur (ICE)✅ Ja❌ Nein (Silberbeschichtung blockiert IR)✅ Ja

Praxis-Tipps: So identifizieren Sie Ihre Negative Schritt für Schritt

Schritt 1: Gegen das Licht halten

Halten Sie den Filmstreifen gegen eine Lichtquelle (Fenster, Lampe oder Leuchttisch). Sehen Sie die Bilder in natürlichen Farben? Dann ist es ein Diafilm. Ist alles in komplementären Farben mit einem deutlichen Orangeton? Dann haben Sie ein Farbnegativ. Sehen Sie nur Grautöne ohne Farbstich? Dann ist es ein Schwarzweiss-Negativ.

Schritt 2: Filmrand prüfen

Am Rand des Filmstreifens finden Sie oft wertvolle Informationen: den Filmnamen (z. B. „Kodak Gold 200″, „Ilford HP5″), die Bildnummern und manchmal das Entwicklungsdatum. Anhand des Filmnamens können Sie den Filmtyp eindeutig bestimmen.

Schritt 3: Grösse messen

Messen Sie die Breite des Filmstreifens. 35 mm mit Perforation = Kleinbild. 24 mm in einer Plastikkassette = APS. Ca. 6 cm breit ohne Perforation = Mittelformat (Rollfilm). Einzelblätter ab ca. 9 × 12 cm = Grossformat.

Schritt 4: Zustand beurteilen

Prüfen Sie den Zustand Ihrer Negative: Sind sie wellig, verkratzt oder verfärbt? Haben Sie Schimmelflecken oder einen starken Farbstich? All das sind Zeichen dafür, dass die Zeit drängt. Negative verlieren über die Jahre an Qualität – je früher Sie sie digitalisieren lassen, desto besser das Ergebnis. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über die Lebensdauer von Speichermedien.

Häufige Verwechslungen

Diafilm-Streifen vs. Farbnegativ

Nicht alle Diafilme wurden gerahmt. Manchmal liegen ungeschnittene Diafilm-Streifen neben Farbnegativen in derselben Box. Der entscheidende Unterschied: Beim Diafilm sehen Sie die richtigen Farben, beim Negativ die umgekehrten Farben mit orangem Grundton. Für die Digitalisierung bei SCANADO ist die Unterscheidung übrigens einfach: Ungerahmte Diafilm-Streifen werden genau wie Negativstreifen verarbeitet – zu den gleichen Auflösungen und Preisen.

Chromogene SW-Filme vs. Farbnegative

Chromogene Schwarzweiss-Filme (wie der Ilford XP-2) haben eine leicht bräunlich-violette Tönung und können auf den ersten Blick wie ein sehr entsättigtes Farbnegativ aussehen. Der Unterschied: Die Bilder zeigen ausschliesslich Grautöne – es gibt keine Farbinformationen. Prüfen Sie den Filmrand: Dort steht meist der Filmname.

Alte, verblasste Negative

Sehr alte Farbnegative können so stark verblasst oder verfärbt sein, dass sie fast wie Schwarzweiss-Negative aussehen. Achten Sie auf die orange Maskierung des Filmträgers – auch bei stark verblassten Negativen ist sie in der Regel noch erkennbar. Professionelle Scanner können aus solchen Negativen oft noch erstaunlich gute Ergebnisse herausholen.

Welche Auflösung für welches Negativformat?

Die optimale Scan-Auflösung hängt direkt vom Negativformat ab. Je kleiner das Negativ, desto höher sollte die Scan-Auflösung sein, um die maximale Bildqualität herauszuholen. Bei grösseren Formaten wie Mittel- und Grossformat reichen geringere dpi-Werte für exzellente Ergebnisse. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Ratgeber Die richtige Auflösung zum Digitalisieren.

Was tun, wenn Sie Ihre Negative nicht einordnen können?

Kein Problem – bei SCANADO erkennen unsere Experten sofort, um welchen Filmtyp und welches Format es sich handelt. Senden Sie uns einfach Ihre Negative zu, und wir kümmern uns um den Rest. Wir verarbeiten alle gängigen Negativarten und -formate mit professioneller Scantechnik.

Nach dem Digitalisieren stellt sich die nächste Frage: Wohin mit den Dateien? Unser Ratgeber Die perfekte Ordnerstruktur für Ihre digitalisierten Fotos hilft Ihnen dabei, Ordnung in Ihr digitales Fotoarchiv zu bringen. Und für die Wahl des besten Speicherformats empfehlen wir unseren Beitrag Welches Dateiformat zum Digitalisieren?

Negative digitalisieren lassen bei SCANADO

Egal ob Farbnegative, Schwarzweiss-Negative, Kleinbild, Mittelformat oder Grossformat – SCANADO digitalisiert Ihre Negative professionell und in höchster Qualität. Unsere Profi-Scanner erfassen jedes Detail, und unsere KI-gestützte Bildoptimierung holt das Beste aus Ihren Aufnahmen heraus.

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